Was ist Rhetorik?

Die Kunst und Technik der Rede.

Ein Redner ist im rhetorischen Sinn der kommunikativ handelnde Mensch.

System der Rhetorik

Das Themengebiet der praktischen Rhetorik wird seit 2500 Jahren durch den Bedarf des Redners bestimmt. Aus der Sicht eines Redners formuliert lauten die Kernfragen:

Was sage ich?

Wie formuliere ich?

Wie verhalte ich mich als Redner?

Man kann also grob zwischen Ideenfindung, Sprache und Vortragsweise unterscheiden.

Die klassische Rhetorik bietet bereits grundlegende und systematische Antworten auf diese Fragen.

Hierzu ein grober Einblick in die Themenbereiche

Redeplanung, Redestruktur und Redegattungen:

Die klassische Redeplanung als Produktionsstadien einer Rede in mehreren Schritten.

  • Systematisch Ideen zur Rede finden.
  • Das logische und zielorientierte Ordnen der Redeideen.
  • Das Ausformulieren der Redeteile.
  • Die Merktechnik, um als Redner eine freie Rede halten zu können.
  • Der sinnvolle Einsatz von Stimme und Körpersprache.

Zu jedem dieser Produktionsschritte gibt es eine Vielfalt von Möglichkeiten.   

Die Redestruktur

Die einfachste Struktur einer Rede folgt den Begriffen Einleitung, Hauptteil und Schluss. Man kann Funktionen bestimmen und Inhalte entsprechend gestalten. Eine Einleitung soll die Zuhörer ansprechen und zum Thema führen. Im Hauptteil werden die Argumente genannt. Der Schluss kann auch als Redeziel verstanden werden. So schließt ein Fazit oder Appell an die Zuhörer oft eine gute Rede ab.  

Die Redegattungen

Motivieren - Informieren - Unterhalten sind die Aufgabenbereiche eines Redners (lateinisch: movere - docere - delectare)

Je nach Redegattung wird dabei weiter differenziert. Die klassischen Redegattungen waren die Gerichtsrede, die beratende Rede und die Lob- und Trauerrede. Eine Lobrede oder Trauerrede beschäftigt sich mit der Vergangenheit. Eine Rede bei der es um Entscheidungen geht, beschäftigt sich eher mit der Zukunft. Der Redeanlass bestimmt also die Struktur und Inhalte der Rede mit.

Rhetorik unterscheidet übrigens zwischen Praxis und Theorie. (lateinisch: rhetorica utens, rhetorica docens).

Als Rhetoriktrainer vermittle ich die praktische Anwendbarkeit für die Gegenwart. Rhetorik als Wissenschaft wurde grundlegend von Aristoteles, Cicero und Quintilian geprägt. Mehr als nur die Planung einer Rede: Als beobachtende wissenschaftliche Disziplin mit praktischem Bezug hat sie ganze Bildungssysteme und Kulturbereiche mitgeprägt.

Sprache ist nicht neutral, sie transportiert Werte, sie wirkt auf unser Denken und filtert unsere Wahrnehmung.         

Geschichte der Rhetorik 

Seit den Anfängen in der Antike, gab es viele Umbrüche in der Geschichte der Rhetorik. Das systematische Wissen wurde und wird erweitert.

Rhetorik ist seit 2500 Jahren in Bewegung!

Das antike Griechenland

Wichtige Stationen finden sich bei den Griechen, dort gab es die ersten Redelehrer. Vor Versammlungen musste der Redner sein Anliegen persönlich vorbringen. Es gab reisende Rhetoriklehrer und Akademien wurde gegründet. Werke aus dieser Zeit sind manchmal noch in Fragmenten vorhanden. Aristoteles ist auch für seine Arbeiten zur Rhetorik bekannt.

Römische Rhetorik

Die Römer übernahmen viele Kulturleistungen der Griechen. Die Rhetorik wurde sehr kritisch betrachtet, wie alles griechische zu dieser Zeit. Die Römer übernahmen Inhalte, passten sie an und nutzen dafür die lateinische Sprache. Für die Oberschicht gehörte Rhetorik bald zum Bildungskanon. Berühmte Redner waren zum Beispiel Cicero und Cäsar. Ebenfalls prägend für System und Geschichte war Quintillian. Er war der erste vom Staat bezahlte Redelehrer. Auf den Arbeiten von Cicero und Quintillian bauen viele nachfolgende Werke auf.

Mittelalter und folgende Epochen

Auch im Mittelalter, der Renaissance, dem Barock und der Aufklärung, ist die Rhetorik mit bekannten Namen und gesellschaftlichen Veränderungen verknüpft. Im Mittelalter zog sich die Rhetorik teilweise aus dem öffentlichen Wirkungsbereich zurück. Sie diente oft nur als Lobrede gegenüber den Herrschenden. Die Predigtlehre entstand und wurde bis in Feinheiten ausgebaut. Die Klassiker wurden gelesen und nachgeahmt. Es gab aber wenig Spielraum für die Rhetorikbereiche, die zu Entscheidungen und neuen Erkenntnissen führen. In der Renaissance wurde die Rhetorik in ihrer Wirkungsbreite wiederentdeckt. Im Barock wurden formale Kriterien und eine schnörkelhafte Art der Rede als wichtig und oft einzig richtig bewertet. Daher stammt auch die manchmal anzutreffende Bewertung als Schönrednerei. Aus jeder Epoche gibt es, manchmal indirekt, überlieferte Schriftwerke und Systeme für die Anwendung. Die einzelnen Teilaspekte wurden immer weiter verfeinert. In krischer Auseinandersetzung wurde das Wissen vertieft. Einige Aspekte waren an ihre Zeit gebunden und sie sind heute nicht mehr wirklich praktisch anwendbar. Andere Bereiche werden als neu dargestellt, aber sie sind seit Jahrhunderten Teil der Rhetorik. Auch generelle Kritiker der Rhetorik wendeten und wenden dafür rhetorische Mittel und Methoden an.    

In jeder Epoche war sie ein wichtiger und prägender Wirkungsfaktor. Rhetorik wurde lange, über Jahrhunderte, als eine der „septem artes liberales“ ( sieben freien Künste) unterrichtet. Dazu gehörten Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. An älteren Rathäusern und Universitäten finden sich noch Hinweise auf diesen Bildungskanon: Als Relief und Figur an der Fassade wird dieser Kanon oft detailiert dargestellt.

Rhetorik LemgoRelief zur Rhetorik am alten Rathaus in Lemgo, NRW


Gegenwart

Rhetorik dient der Aufklärung und Anwendung:

Auf der einen Seite werden wir täglich mit Behauptungen, Bewertungen, Botschaften, Meinungen, Nachrichten, Informationen, Aufforderungen und Eindrücken konfrontiert. Auf der anderen Seite steht der einzelne Mensch der selbst spricht. Genau hier liegen, für mich, die rhetorischen Aufgabenbereiche der Aufklärung und Anwendung.

Die oben genannten Fragen bleiben, die Antworten sind aktuell.



Ausführliche Informationen zur Allgemeinen Rhetorik finden Sie auf den Seiten der Universität Tübingen.

http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de/



Ich werde diese Seite in kleinen Schritten erweitern. Schauen Sie nochmal vorbei!